Chronik der Feuerwehr Eschenbach
Übersicht:
13. - 17. Jahrhundert: Einführung erster Vorschriften zur Brandbekämpfung
19. Jahrhundert: Bildung militärisch organisierter Freiwilligen Feuerwehren und schließlich
1875: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eschenbach
Aus der Chronik wurden einige weniger wichtige Stellen entfernt. Die vollständige Chronik können sie in der Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum lesen.
Wie
aus den verschiedenen Aufzeichnungen und Unterlagen aus dem 13. und 14
Jahrhundert hervorgeht, war man mit dem Erlass einer Feuerschutzordnung bemüht,
der verheerenden Kraft des Feuers und den immer häufiger auftretenden Bränden
Einhalt zu gebieten. Ein Löschen der damaligen Holz- und Strohbauten war völlig
ausgeschlossen. Man gemühte sich vielmehr, den Brandherd nach Möglichkeit zu
begrenzen. Die erarbeitete Grundordnung der Grundherren Ebner von Eschenbach aus
dem 15. Jahrhundert enthielt vor allem dem Feuerschutz dienende vorbeugende Maßregeln,
Vorschriften und Verhaltensweisen. Diese Gemeindeordnungen wurden von Zeit zu
Zeit wieder ergänzt. Insbesondere wurde der Umgang mit offenem Feuer bei
Einbruch der Dunkelheit weitgehend verboten.
Die
Eschenbacher Einwohner wurden zu jener Zeit von großen Feuerkatastrophen
heimgesucht. Man wollte verhindern, dass durch eine Unachtsamkeit ein
naheliegendes Strohdach in Brand gesteckt wurde. Die Nichtbeachtung solcher
Vorschriften wurden stets mit Strafen belegt. Zu den vielfältigen
Feuervorschriften zählte auch, dass in jedem Haus lange Stangen, Feuerleitern,
gefüllte Wasserschäffer und mit Sand gefüllte Eimer vorhanden waren. Zur Überwachung
und Einhaltung der Verordnung mussten die Vierer und Gotteshauspfleger die
sogenannten Feuerschauer bestimmen.
Diese
schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe beinhaltete die regelmäßige Überwachung
der offenen Feuerstellen. Grobe Verstöße wurden den Vierern, unter Umständen
auch der zuständigen Grundherrschaft mitgeteilt.
Eine
grundlegende Verbesserung erfuhr das Löschwesen erst durch die fahrbaren
Spritzen mit Hartpumpenvorrichtung. Eine
solche Löschmaschine war für das gesamte Pegnitztal in Vorra stationiert. Sie
war zur damaligen Zeit im Ernstfall eine ungewöhnlich große Hilfe. Doch der
rasche Einsatz dieses Geräts war nicht immer gewährleistet.
Es gab noch eine große Anzahl weiterer Gründe, warum die Gutsherrschaft Ebner v. Eschenbach zu Recht die Anschaffung einer eignen Löschmaschine angeregt hatte.
An
der Anschaffung dieser Maschine beteiligten sich die Orte Fischbrunn,
Hirschbach, Hubmersberg, Hegendorf, Loch und Unterklausen.
Nach der Fertigstellung der Löschmaschine im Juli 1832 durch den Glockengießer Rupprecht aus Nürnberg musste natürlich auch ein Feuerwehrhäuschen errichtet werden. Es befand sich an der heutigen Stelle des Dorfbrunnens. Erst zu einem späteren wurde es abgerissen und an der Stelle wieder aufgebaut, wo es heute noch steht.
Mit
dem Erhalt der Maschine wurde der Eschenbacher Wehr auch eine Feuerordnung übergeben.
Sie enthielt die rechtmäßige Handhabung der Maschine.
Eine ganz bedeutende Neuerung in der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bildung militärisch organisierter „Freiwilligen Feuerwehren“.
Es waren dann 33 Personen, welche
die Freiwillige Feuerwehr Eschenbach am 25. Februar 1875 gründeten. Mich. Rießner
wurde zum Vorstand und Hauptmann gewählt, Schulleiter Düll wurde Schriftführer,
Gg. Pickelmann Kassier und Gg. Reis übernahm die Funktion des Zeugwarts.
Eine
handbetriebene Saug- und Druckspritze leichterer Art, ausgestattet mit einer
Schlauchleitung war zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine wesentliche Verbesserung
des Feuerlöschwesens in Eschenbach.
Während
einer großen Trockenheit im August 1921 wurde die Eschenbacher Wehr zu einem
Großbrand nach Heuchling gerufen. Der höher gelegene Ort musste vom Gehrestal,
oberhalb von Pommelsbrunn mit Wasser versorgt werden. Aufgrund der Wassernot
wurden damals sogar die Jauchegruben zu Löschen verwendet. Der Gastwirt der
Ortschaft versuchte im wahrsten Sinne des Wortes den Brand an seinem Anwesen mit
Bier zu löschen.
Mit
Ausbruch des 3. Reiches wurden die Freiwilligen Feuerwehren in die
Wehrorganisation und den staatlichen Ordnungsdienst eingegliedert. Dies hatte
zur Folge, dass die Freiwilligkeit bis Ende des Krieges aufgehoben war.
Der
Schrecken des 2. Weltkrieges hatte auch in unserer Wehr Spuren hinterlassen.
Viele der Aktiven mussten im Kampf um das Vaterland ihr Leben lassen. Ein
Neuaufbau der Wehr wurde unumgänglich.
Die
aus den dreißiger Jahren stammende Motorspritze DKW hatte im Jahr 1964
ausgedient. Im selben Jahr konnte nämlich ein Anhänger, ausgestattet mit der
Tragkraftspritze TS 8 in Betrieb genommen werden.
Im
Jahre 1969 konnte Dank der Unterstützung durch die öffentlichen Behörden ein
neues Feuerwehrfahrzeug in Dienst gestellt werden. Das Löschfahrzeug Marke Ford
Transit, das heute noch seinen Dienst verrichtet, bitte Platz für eine
Staffelbesetzung (1/5). Außerdem ist das Fahrzeug mit einer Tragkraftspritze TS
8 ausgestattet, die unabhängig vom Fahrzeug eingesetzt werden kann. Mit zwei
vorhandenen Motorpumpen war die Wehr nun in der Lage, eine längere
Schlauchleitung aufzubauen, weil eine Pumpe zur Verstärkung der anderen
eingesetzt werden kann.
Der
3. Juni 1971 war wohl einer der denkwürdigsten Tage der Geschichte Eschenbachs.
Bei Alarmierung der Feuerwehr dacht zunächst jeder an einen Brand, der sich
dann jedoch als ein Hochwasser mit katastrophalen Ausmaß herausstellte.
Im
Jahr 1985 feierte die FFw Eschenbach Ihr 110jähriges Bestehen mit Fahnenweihe.
Die Feierlichkeiten begannen mit dem Festkommers am 8.Juni im Gasthof Lehr. Es
fanden Ehrungen für verdiente Feuerwehrleute der Großgemeinde und der FFw
Eschenbach statt. Am Samstag legten Nachwuchsfeuerwehrleute die „Deutsche
Jugendleistungsspange“ ab.
Das
Großergeignis aber war die Jubiläumsfeier mit Fahnenweihe. Wie in der
damaligen Festschrift zu lesen ist, haben fast alle Einwohner von Eschenbach mit
einer Spende dazu beigetragen, dass eine Vereinsfahne angeschafft werden konnte,
welche von Eschenbacher Fahnensticker Willi Klausfelder gestaltet und
hergestellt wurde. Bei einem Festgottesdienst im Festzelt wurde Sie von den
Geistlichen Pfarrer Hornfeck und Matschiner geweiht.
Am
Nachmittag zog ein nicht enden wollender Festzug von über 90 Feuerwehren aus
dem ganzen Landkreis und von Vereinen der Umgebung unter Führung des
Eschenbacher Posaunenchors durch den Ort zum Festzelt.
Bei
der Jahreshauptversammlung am 17.01.1986 trat der langjährige 2 Kdt. Und
Vorstand Hans Eberl zurück. Für Ihn wurde Robert Bauer zum 2. Kommandanten gewählt.
Am
12. 07. 1987 schreckte die Sirene die Einwohner von Eschenbach gegen 1.30 Uhr
aus dem Schlaf. Ein Großbrand äscherte das Sägewerk Ortegel völlig ein.
Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehren aus Eschenbach, Hohenstadt,
Pommelsbrunn, Hersbruck, Fischbrunn, Hubmersberg, Happurg und Alfalter konnte
das angrenzende Mühlengebäude mit Wohnhaus gerettet werden.
Anläßlich
der Jahreshauptversammlung am 15.01.2000 mußte der 2. Kommandant Robert Bauer
aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. An seine Stelle trat nun Herbert
Bauer.
Eine
erfreuliche Tatsche ist, dass sich wieder 7 Jugendliche von 14. - 17. Jahren zum
Feuerwehrdienst bereit erklärten. Sie wurden vorerst bei der Jugendgruppe der
FFw Hohenstadt ausgebildet.
Die
Wehr zählte im Jubiläumsjahr 2000 zu Ihrem 125jährigen Bestehen 32 aktive, 35
passive und 7 jugendliche Mitglieder.